Gesamtverzeichnis
•• HAHNSCHE HISTORISCHE HILFSWISSENSCHAFTEN
Herausgegeben von
Elke Frfr. von Boeselager
und Thomas Vogtherr

Die Historischen Hilfswissenschaften sind Grundwissenschaften der Geschichtswissenschaften. Sie sind das
unerläßliche Werkzeug des Historikers im Umgang mit historischem Material und öffnen dem Historiker den
einzigen Weg zu grundlegend neuen Erkenntnissen. Ob Mittelalter oder Neuzeit: Die übergroße Mehrheit der
Quellen liegen nicht in gedruckter Form vor. Die mittelalterliche Siegelurkunde, das fürstliche Handschreiben
der frühen Neuzeit oder der Bearbeitungsvermerk auf einem Aktenschriftstück des 20. Jahrhunderts: Quellen wie
diese erschließen sich in ihrer vollen Bedeutung nur dem, der das Handwerkszeug der Historischen
Hilfswissenschaften beherrscht. Will man nicht eine weitere Synthese bereits publizierter Erkenntnisse abliefern,
dann kann man nicht auf Quellenarbeit verzichten. Doch die Quellen zu bestimmten Fragen sprechen zu lassen,
bedeutet, Methoden der Historischen Hilfswissenschaften zu ihrer Erschließung einzusetzen.

In der universitären Lehre sind die Historischen Hilfswissenschaften an den Rand gedrängt worden. Deswegen
wollen die Herausgeber mit der Reihe Hahnsche Historische Hilfswissenschaften die Historischen
Hilfswissenschaften nachhaltig stärken und das über Jahrhunderte gewachsene Wissen über den Umgang mit
historischen Quellen weitervermitteln.

Die Reihe Hahnsche Historische Hilfswissenschaften hat es sich zum Ziel gesetzt, Studierende der
Geschichtswissenschaften und benachbarter Fächer sowie interessierten Laien Einführungen in den Umgang mit
den historischen Quellen zu bieten. In jedem Band erhält der Leser zum einen eine Einführung in die
Wissenschaftsgeschichte des jeweiligen Faches und die dazugehörige Methodologie sowie Erläuterungen zu
Grundbegriffen und Fachausdrücken der Disziplin. Grundlagen des hilfswissenschaftlichen Arbeitens zu
vermitteln, steht im Zentrum der Bände: Welchen Quellen wendet sich die jeweilige Disziplin zu? Wie geht sie
mit ihnen um? Welche Erkenntnisse vermittelt sie? Ein knapper Sachindex erlaubt es, schnelle Antworten auf
konkrete Fragen beim Umgang mit den Quellen zu erhalten. Zum vertiefenden Studium ist jedem Band eine
sachlich gegliederte Auswahlbibliographie beigegeben.

Für diese Kategorie liegen 4 Einträge vor



 
ELKE FRFR. VON BOESELAGER
Schriftkunde

Schrift, Informationsmedium seit mehr als 5.000 Jahren, begegnet uns heute in erster Linie in gedruckter Form. Doch kaum jemandem ist bewusst, dass zwar viele Buchstaben auf der heutigen PC-Tastatur schon seit über zwei Jahrtausenden genau so geschrieben werden, die Druckschrift aber erst 500 Jahre alt ist und die Maschinenschrift gar erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Siegeszug antrat. Deshalb ist die Schriftkunde, auch Handschriftenkunde oder Paläographie genannt, eine der wichtigsten historischen Hilfswissenschaften. Sie schafft nicht nur die Grundlage zur Entzifferung von Schriften in ihrem jeweiligen Kontext, sondern leistet einen wichtigen Beitrag zu Erkenntnissen für die Kultur- und Bildungsgeschichte.
Zum ersten Mal wird nun eine deutschsprachige Einführung in die Schriftkunde vorgelegt, die auch die Entwicklung der neuesten Zeit berücksichtigt. Von Beginn des Schreibens bis zum modernen Bürobetrieb, von der Gänsefeder bis zum Laserdrucker werden organisatorische sowie technische Voraussetzungen für Schrift erläutert. Dabei ist es das Ziel, das Basiswissen für das Entziffern schwieriger Schriften bereit zu stellen. Zahlreiche Abbildungen geben einen Überblick über Schriftentwicklung und zeigen, dass die Lesbarkeit einer Schrift keineswegs nur von ihrem Alter abhängt. Grundlagen der Schriftgeschichte, Methoden zur Entzifferung von Schriften und eine Auswahlbibliographie eröffnen den Einstieg in die faszinierende Welt des Schreibens – und des Lesens.

128 | m. zahlr. Abb. | 2004 | ISBN: 3-7752-6131-1
Br. | Preis: € 14.80 bestellen | order



 
ANDREA STIELDORF
Siegelkunde

Siegel, während des Mittelalters das wichtigste Beglaubigungsmittel, beziehen ihren Reiz aus der Verbindung von Bild und Schrift. Die Beschreibung und Interpretation der Siegel und ihrer Entwicklung, Siegelkunde oder Sphragistik genannt, ist eine wichtige historische Grundwissenschaft. Sie liefert nicht nur Erkenntnisse für andere Hilfswissenschaften wie die Urkundenlehre, die Wappen- und die Inschrif-tenkunde, sondern gibt zudem Aufschluß über wesentliche Details des Schriftwesens, der Sozial- und Rechtsgeschichte, der Mentalitätsgeschichte u.v.a.
Erstmals seit mehr als 30 Jahren wird nun eine deutschsprachige Einführung in die Siegelkunde vorgelegt. Dieser Band vermittelt als Basiswissen einen knappen Überblick über die wichtigsten Fakten des Siegelwesens in Deutschland, zeigt anhand von 20 Abbildungen in Originalgröße die Bandbreite der Siegeltypen und faßt in einer Auswahlbibliographie sowohl Standardwerke als auch neueste Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte zusammen, die einen Einstieg in das vertiefte Studium der Sphragistik ermöglichen.

120 S. | 20 Abb. | 2004 | ISBN: 3-7752-6132-X
Br. | Preis: € 14.80 bestellen | order



 
Thomas VOGTHERR
Urkundenlehre
Dieses Buch ist als knappe Einführung in die Diplomatik gedacht. Es soll den Interessierten die Wege zum Gegenstandsbereich, zu den Fragestellungen, Methoden und Ergebnissen moderner Diplomatik weisen. Deutscher Tradition entsprechend steht die urkundliche Überlieferung im Fränkisch-Ostfränkisch-Deutschen Reich des Mittelalters im Mittelpunkt, ergänzt um die Diplomatik der Papsturkunden. Zehn detailliert beschriebene Urkundenbeispiele verdeutlichen wesentliche Fragestellungen.

Aus dem Inhalt:
– Was ist eine Urkunde? Grundlegende Definitionen
– Welche Arten von Urkunden gibt es?
– Die Geschichte der Diplomatik als Wissenschaft
– Die Entwicklung des Urkundenwesens von der Spätantike bis ins frühe Mittelalter
– Die Entstehung der Urkunden: Vom Wunsch nach Beurkundung bis zur Aushändigung an den Empfänger
– Beschreibstoffe, Layout, Schrift, graphische Zeichen und Beglaubigungsmittel
– Innere Merkmale der Urkunden
– Die Urkundensprache . Vom Latein zu den Volkssprachen
– Die Überlieferung der Urkunden . Original und Abschriften
– Urkundenfälschungen
– Drei Fallstudien: Die Konstantinische Schenkung, das Privilegium Maius und die Urkundenfälschungen des Georg Friedrich Schott
– Neuzeitliches Urkundenwesen
– Literaturverzeichnis


125 S. | zahlr. einf. Abb. | 2008 | ISBN: 978-3-7752-6133-3
Kart. | Preis: € 14.80 bestellen | order



 
Niklot Klüßendorf
Münzkunde
Im Europäischen Kulturkreis begleitet die Münze den Menschen seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. und greift in Form des Geldes in fast alle Bereiche des menschlichen Lebens ein. Sie wird so zu einem umfassenden Kulturfaktor.
Mit diesen Geschichtsquellen befasst sich die Numismatik (= Münzkunde) und führt sie methodisch zur Geldgeschichte weiter. Im Wissenschaftsbetrieb hat sie nach Gegenstand, Methoden und eigenem Apparat weitgehend Autonomie erlangt, doch blieben ihr konventionelle hilfswissenschaftliche Fragestellungen.
Der geraffte Überblick über den numismatischen Part im „Konzert“ der Historischen Hilfswissenschaften setzt bei der Entwicklung des Fachs ein und vermittelt Grundbegriffe und Arbeitsweise. Erstmals kommen konzentriert die Wechselwirkungen zwischen der Numismatik und den anderen Historischen Hilfswissenschaften für Mittelalter und Neuzeit in nachvollziehbaren Beispielen aus der Werkstatt des Historikers zu Wort.
Im Spannungsfeld von Münze und Währung, die begrifflich zweierlei sind, schließt das Buch mit einem gerafften Überblick von den Münzreformen der Karolinger bis zum Euro und demonstriert so das Potential von Numismatik und Geldgeschichte, sich in die Allgemeine Geschichte einzubringen, denn „Geld ist überall“.

Herausgegeben von Elke Frfr. von Boeselager und Thomas Vogtherr

128 S. | 39 Abb., | 2009 | ISBN: 978-3-7752-6135-7
Kart. | Preis: € 14.80 bestellen | order